974x200_5.jpgHintergrund-1.jpgHintergrund-3.jpgHintergrund-4.jpgUnbenannt-1.jpgUnbenannt-2.jpg

Buchtipp Februar 2018

Renate Ahrens: Alles, was folgte: Roman

München: Verlag Droemer 2017

Alles, was folgteIm geteilten Berlin fällt die Mauer und die 44-jährige Kriegsreporterin Katharina aus Hamburg ist zur Stelle, um mit ihren Fotos bewegende Momente festzuhalten. Sie weiß noch nicht, dass auch ihr Leben plötzlich ins Wanken gerät. Verwandte aus Ostdeutschland, von deren Existenz sie bisher nichts ahnte, lassen ihr ein Bündel Briefe zukommen. Es handelt sich dabei um den Briefwechsel zwischen ihrer vor zwei Jahren verstorbenen Mutter Maria und deren viel jüngeren Schwester Ingrid. Aus dem Briefwechsel geht hervor, dass Maria, von der sie glaubte, es wäre ihre leibliche Mutter, in Wahrheit ihre Tante war. Katharina, deren lebensgefährlicher Beruf sie abgehärtet hat und die nichts so schnell erschüttern kann, ist plötzlich mehr als verwirrt. Sie versucht dem Geheimnis ihrer Herkunft nachspüren. Aber wo anfangen? Ihre mehr als schwierigen Recherchen lassen sie auf ein junges Paar stoßen, dass sich in Hamburg 1942 beim Swing-Tanzen kennen lernt. Für die jungen Leute ist es gefährlich, weil sie jederzeit von den Nazis, die diese Musik als Feindeswerk abtun, verhaftet werden könnten. Aber die aufkeimende Liebe der beiden trotzt jeder Gefahr. Oskar und Ingrid träumen von einer gemeinsamen Zukunft. Doch da wird Oskar, der gerade eben sein Abitur absolviert hat, eingezogen und an die Ostfront geschickt. Er ahnt nicht, dass Ingrid von ihm schwanger ist. Für das minderjährige Mädchen beginnt eine harte Zeit, zumal Oskar seit Ende des Zweiten Weltkrieges als verschollen gilt. Als ein älterer Freund ihr seinen Schutz, sowie die Ehe anbietet, allerdings nur „ohne das Kind“, muss sie eine schwere Entscheidung treffen. Ihre ältere Schwester redet ihr zu und übernimmt es, an ihrer statt das Kind, Katharina, aufzuziehen.

Was aber ist aus Oskar geworden? Hat er den Krieg überlebt und wenn ja, wo soll Katharina mit der Suche nach ihm beginnen?

Renate Ahrens erzählt mit ihrem neuen Roman eine deutsche Familiengeschichte in zwei zeitlichen Ebenen. Man erfährt, wie die Träume junger Menschen durch einen sinnlosen Krieg zerstört wurden und wie junge Männer durch die Nazis verheizt und an der Front durch die Hölle geschickt wurden. Und sie erzählt von zwei Schwestern, davon eine mit einem Neugeborenen, die sich durch die schwere Nachkriegszeit behelfen müssen. Ihr hinterlassener Briefwechsel, der erst nach dem Mauerfall in Katharinas Hände gerät, lässt diese ihr eigenes bisheriges Leben überdenken und auf eine abenteuerliche Spurensuche gehen. Während sie Licht in ihre eigene Vergangenheit bringt, begibt sie sich auf eine Reise zu sich selbst.

"'Alles, was folgte“ ist ein bewegender Roman, der Mut macht, sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen. Die Figuren sind authentisch getroffen und die Sprache ist angenehm schnörkellos.

Renate Ahrens, 1955 geboren, studierte Anglistik und Romanistik und war einige Jahre als Lehrerin tätig, bevor sie 1986 als freie Autorin zu arbeiten begann. Sie schreibt Romane, Theaterstücke und deutsch-englische Kinderbücher. Heute lebt sie mit ihrem Mann abwechselnd in Dublin und Hamburg. Nach ihrem Debüt „Der Wintergarten“, veröffentlichte Renate Ahrens „Zeit der Wahrheit“, „Fremde Schwestern“, „Ferne Tochter“, „Seit jenem Moment“ und „Das gerettete Kind“.

Buchtipps der vergangenen Monate:

  • Januar 2018: Isabelle Autissier: Herz auf Eis

 

  • Dezember 2017: Olga Grjasnowa: Gott ist nicht schüchtern
  • November 2017: Benjamin Lebert: Die Dunkelheit zwischen den Sternen
  • Oktober 2017: Kent Haruf: Unsere Seelen bei Nacht
  • September 2017: Dirk Kurbjuweit: Die Freiheit der Emma Herwegh
  • August 2017: Francoise Frenkel: Nichts, um sein Haupt zu betten
  • Juli 2017: Claudia Pineiro: Ein wenig Glück
  • Juni 2017: Petina Gappah: Die Farben des Nachtfalters
  • Mai 2017: Peter Prange: Unsere wunderbaren Jahre
  • April 2017: Renate Ahrens: Das gerettete Kind
  • März 2017: Marilynne Robinson: Gilead
  • Februar 2017: Isadora Duncan: I've only danced my life
  • Januar 2017: Sarit Yishai-Levi: Die Schönheitskönigin von Jerusalem

 

  • Dezember 2016. Brigitte Glaser: Bühlerhöhe
  • November 2016: Celeste Ng: Was ich euch nicht erzählte
  • Oktober 2016: Lars Mytting: Die Birken wissen`s noch
  • September 2016: Alexander Maksik: Die Gestrandete
  • August 2016: Naomi Wood: Als Hemingway mich liebte
  • Juli 2016: David Foenkinos: Charlotte
  • Juni 2016: Katharina Winkler: Blauschmuck
  • Mai 2016: Per J. Andersson: Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden
  • April 2016: Isabel Bogdan: Der Pfau
  • März 2016: Sabine Rennefanz: Die Mutter meiner Mutter
  • Februar 2016: Alina Bronsky: Baba Dunjas letzte Liebe
  • Januar 2016: Claire Hajaj: Ismaels Orangen

 

  • Dezember 2015: Verena Boos: Blutorangen
  • November 2015: André Herzberg: Alle Nähe fern
  • Oktober 2015: Frances Itani: Requiem
  • September 2015: Harper Lee: Gehe hin, stelle einen Wächter Harper Lee: Wer die Nachtigall stört
  • August 2015: Catherine Chanter: Die Quelle
  • Juli 2015: Michael Köhlmeier: Zwei Herren am Strand
  • Juni 2015: Stephanie Bart: Deutscher Meister
  • Mai 2015: Donna Tartt: Der Distelfink
  • April 2015: Charles Lewinsky: Kastelau
  • März 2015: Ulla-Lena Lindberg: Eis
  • Februar 2015: Hans Meyer zu Düttingdorf: Das Bandoneon
  • Januar 2015: Anna Funder: Alles was ich bin

Joomla templates by a4joomla